Dasht-e Lut

In der großen Steppe – das Korgalzhynskii Nature Reserve

Die Wartezeit auf unser Mongoleivisum verbringen wir im Korgalzhynskii Nature Reserve, das seit 2008 zum UNESCO Weltnaturerbe gehört. Es schützt über 300 Vogelarten, die hier leben oder auf ihrem jährlichen Zug nach Süden bzw Norden hier Pause machen.

In Korgalzhyn befindet sich die Verwaltung des Korgalzhynskii Nature Reserves. Im Empfangsbereich sitzen zwei Frauen. Eine der beiden, ein junges Mädchen, spricht ein bisschen Englisch. Sie erklärt uns, dass wir nur mit einem Guide in das Reservat fahren dürfen. Da dieser nicht gerade billig ist und wir im Auto keinen Platz für ihn hätten, fragen wir sie nach einer Alternative. In das Reservat kommen wir ohne Guide nicht hinein; wir würden beim Eingangstor nicht durchgelassen. Aber wir könnten ja außerhalb herumfahren. Sie zeigt uns auf einem großen Übersichtsplan, wie wir uns orientieren können und wo wir vielleicht sogar Flamingos sehen.

Auch außerhalb der Kernzone des Reservats befinden sich unzählige Seen. Die meisten davon sind Süßwasserseen, einige davon Salzwasserseen. Die ersten beiden Tage halten wir uns am Ozero Chelkar See auf. Dieser ist die Heimat von riesigen Schwärmen von Krauskopfpelikanen und Jungfernkranichen. Sobald wir uns nähern, heben sie ab. Es ist ein magisches Schauspiel, wenn sich hunderte Vögel in die Luft erheben und ihre Kreise ziehen, bis sie nur noch kleine Punkte am Himmel sind.

Jungfernkraniche Jungfernkraniche

Am nächsten Tag führt uns unser Gamedrive nach Süden, immer den See entlang. Wir sehen Kiebitze, Rotschenkel, Uferschnepfen, Graureiher und Strandläufer. Weiter geht es auf der Hauptpiste nach Südwesten. Bei einem Schild des Nature Reserve verlassen wir die Hauptpiste, die vermutlich zu einem Gate führt, und biegen nach Süden ab. Als wir durch eine Senke fahren, jagen wir mit dem Auto einen Mückenschwarm auf. Schwalben bemerken das sofort und umkreisen uns minutenlang.

Uferschnepfen Kiebitz

Neben der Piste entdecken wir einen Adlerbussard, der im Gras sitzt. Als wir näher kommen, fliegt er davon. Keine hundert Meter weiter sehen wir den nächsten, dann den nächsten und so weiter. Die meisten sind Jungvögel. Wir fahren offenbar durch ihre Kinderstube. Weit im Süden stoßen wir auf den Fluss Nura, der die Seen hier speist.

Adlerbussard

Den Abend genießen wir wieder am Ozero Chelkar See und beobachten Kühe und Pferde, die grasend an uns vorbeiziehen. Herrlich!

Abendstimmung

Am dritten Tag fahren wir nach Norden, Richtung Tengiz See, auf der Suche nach den Flamingos. Auf der Hauptpiste fahren wir bis kurz vor die Ortschaft Abay, wo wir nach Süden abbiegen. Wir erreichen das Ufer des kleinen Tengiz Sees und links von uns taucht ein weiterer kleiner See auf, dessen weiße Salzkruste in der Sonne glitzert; also das perfekte Habitat für die Flamingos. Leider lässt sich keiner blicken. Eigentlich gefällt es uns hier zwischen den beiden Seen recht gut und wir fahren noch ein Stück weiter. Doch dann kommt am Horizont ein Parkwächterhäuschen zum Vorschein, leicht am hohen Funkmast zu erkennen. Da wir uns bereits in der Kernzone des Reservats befinden, wollen wir uns nicht unbedingt erwischen lassen und drehen um. Auch am anderen Ufer des Salzsees sind keine Flamingos zu sehen. Wir erreichen einen kleinen Fluss, an dessen Ufer wir Mittagspause machen. Hier wachsen eine Menge unterschiedlicher Gräser und Pflanzen, manche verströmen einen betörenden Duft. Ich mache mich auf, um einen bunten Strauß von Steppengräsern zu pflücken. Wie das duftet! In der Zwischenzeit hat Wolfgang Freundschaft mit einer Libelle geschlossen, die sich gemütlich auf seinem Knie niederlässt.

Halbwilde ZuchtherdenEin bunter Strauß aus der Steppe

Nach der Mittagsrast fahren wir zu einem weiteren See. Außer ein paar Möwen können wir nichts entdecken, das Plätzchen ist jedoch sehr nett und so schlagen wir unser Zelt hier auf.

Dunkle Wolken am HimmelAbendstimmung

Auch wenn wir keine Flamingos finden und – wenig überraschend – auch keine der vom Aussterben bedrohten Saiga Antilopen, stellen wir wieder einmal fest, dass wir uns in der Natur am Wohlsten fühlen.

Herzlich willkommen!

Wir sind Judith und Wolfgang

Judith Wolfgang 2019

Beide mit dem Reisevirus infiziert, passionierte Defender-Fahrer und Overlander.

Es gibt so viel zu sehen und zu erleben. Begleite uns ein Stück des Weges!

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