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Moskau in zwei Tagen

In Moskau übernachten wir wieder einmal in einem Hostel. Es gäbe zwar einen Parkplatz, auf dem man gegen Gebühr auch Campen darf, aber in letzter Zeit gab es dort häufig Probleme wegen der Registrierungspflicht.

Selbst in unserem Hostel nehmen sie es sehr genau mit der Registrierung. Es dauert etwas, bis wir ihnen klar machen, dass wir uns zwischen Tobolsk, wo wir das letzte Mal ordnungsgemäß registriert wurden, und Moskau nirgends länger als sechs Werktage aufgehalten haben und außerdem im Auto übernachtet haben. Wir geben ihnen Kopien der Autopapiere und des Führerscheins, damit sie bei der Migrationsbehörde entsprechend argumentieren können. Die Damen sind sehr verunsichert, aber am Ende ist alles in Ordnung.

Vom Hostel sind es nur zwei Stationen mit der Metro bis zum Kreml. Am Roten Platz, außerhalb der Kremlmauer, stehen wir staunend vor der Basilius Kathedrale. Die schaut mit ihren bunten Türmchen wirklich schön aus.

Der Rote Platz mit der Basilus-Kathedrale Wachablöse beim Ewigen Feuer

Der Kreml öffnet in der Wintersaison erst um 10 Uhr. Ausgerüstet mit einem Audioguide gehen wir durch die Sicherheitskontrolle. Durch den Kutafya Turm und über die Troitskiy Brücke kommen wir in den Kreml und dort auf den zentralen Kathedralen-Platz. Hier stehen die wichtigsten Kirchen Russlands auf einem Platz versammelt.

Zentraler Kathedralen-Platz, im Vordergrund der Glockenturm Iwan der Große

In der Maria-Entschlafens-Kathedrale, der Hauskirche der Zaren und Patriarchen, fanden die Krönungsfeiern der Zaren statt. Der Weg der neugekrönten Zaren führte von dort in die Erzengel-Michael-Kathedrale, wo zahlreiche Zaren beerdigt wurden, bis Peter der Große die Hauptstadt nach St. Petersburg verlegte.

Daneben steht die Maria-Gewandniederlegungs-Kirche. Ihr gegenüber befindet sich der Glockenturm Iwan der Große. Dieser trägt 22 Glocken, die schwerste wiegt 65,5 Tonnen! Die größte Glocke befindet sich aber vor dem Glockenturm. Die Zarenglocke soll etwa 200 Tonnen wiegen, wurde aber nie geläutet, da sie bei einem Brand im Kreml vom Feuer erfasst wurde und Risse bekam, als sie mit Löschwasser in Berührung kam. Dabei sprang ein großes Stück ab, das heute noch neben der Glocke liegt.

Zarenglocke

Gleich daneben steht die Zarenkanone. Diese überdimensionale Kanone sollte zwar der Verteidigung des Kremls dienen, wurde aber nie abgefeuert.

Zarenkanone

Nach der Besichtigung der Kirchen und des Patriarchenpalasts gehen wir am großen Kreml-Palast vorbei und verlassen den Kreml durch den Borovitskaya Turm.

Auf dem Roten Platz proben Soldaten für den Tag der Russischen Einheit

Die größten Kostbarkeiten der russischen Zaren kann man in der Rüstkammer besichtigen. Der Andrang ist riesengroß und die Tickets limitiert, sodass vor dem Ticketschalter immer eine lange Wartschlange ist. Wer die Besichtigung mehrere Tage im Voraus planen kann, sollte sich ein Online-Ticket besorgen. Wir stellen uns in der Früh, noch bevor der Ticketschalter öffnet, an und haben nach einer knappen Stunde ein Ticket für 10 Uhr in der Hand.

Leider ist in der Rüstkammer Fotografieren verboten. Dafür kann man die prunkvollen Exponate in Ruhe betrachten. Besonders gut gefallen uns die Ostereier von Fabergé. Aber auch die Einbände der Gebetsbücher, die mit Gold, Diamanten und anderen Edelsteinen verziert sind, oder die Silber- und Goldteller, sind bemerkenswert. Weiters werden prunkvolle Paradewaffen und -rüstungen, die Körnungskleider der Zaren, natürlich die Zarenkrone und die Kaiserkrone gezeigt. Wir verbringen über 2 Stunden in der Rüstkammer und sehen uns nur einen Bruchteil der Exponate näher an.

Eine lange Wartezeit muss man auch einplanen, wenn man das Lenin-Mausoleum besichtigen will. Auch hier ist der Morgen ideal, denn wenn man noch in der Warteschlange steht, wenn um 13 Uhr die Tore schließen, hat man Pech gehabt. So ein Mausoleum ist für uns etwas Surreales. Streng bewacht von Soldaten, die auf angemessenes Verhalten achten, wirft man einen kurzen Blick in einen Glas-Sarkophag, dessen Inhalt einer Wachspuppe ähnelt und nichts menschliches mehr an sich hat.

Das Lenin-Mausoleum vor der Kreml-Mauer

Eine besondere Sehenswürdigkeit Moskaus befindet sich unter der Erde: Metrostationen. Die Moskauer Metro ist eine der ältesten und größten der Welt. Jeden Tag werden von ihr 9 Mio Menschen transportiert; das ist mehr als in New York und London zusammen. Am Eingang zur Metro muss man durch eine Sicherheitskontrolle gehen und gegebenenfalls die Taschen durch einen Flughafenscanner lassen. Da merkt man schon, dass hier etwas andere Verhältnisse herrschen als in Mitteleuropa. Auch in den Stationen marschiert die Polizei in Vierergruppen auf und ab; das allerdings vermutlich wegen eines Anschlags auf den FSB (früher: KGB) in Nordrussland am Tag zuvor. In der U-Bahn und in den Stationen ist es ziemlich warm. In unseren dicken Jacken schwitzen wir ein wenig. Viele Stationen in der Innenstadt sind wahre Kunstwerke, mit Statuen, Bildern, Mosaiken, usw. Außerdem gibt es hier die längste Rolltreppe der Welt.

Kein Ballsaal, sondern eine Metro-Station Metro-Station Die wahrscheinlich längste Rolltreppe der Welt

Moskau würde noch viel mehr bieten, etwa einen Besuch im Bolschoi-Theater oder das Puschkin-Museum. Auf dieser Reise haben wir keine Zeit dafür, da unser Visum langsam aber sicher abläuft. Wir fahren daher weiter nach St. Petersburg. Vielleicht zieht es uns ja nochmals in diese Ecke der Welt, dann nehmen wir uns mehr Zeit für Moskau.

Herzlich willkommen!

Wir sind Judith und Wolfgang

judithwolfgang

Beide mit dem Reisevirus infiziert, passionierte Defender-Fahrer und Overlander.

Es gibt so viel zu sehen und zu erleben. Begleite uns ein Stück des Weges!

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