Dasht-e Lut

Grenzerfahrung – von Turkmenistan nach Usbekistan

An der letzten Tankstelle vor der Grenze tanken wir voll. Richtig voll.

Wir geben dem Tankwart zu verstehen, dass es in Usbekistan keinen Diesel für uns gibt und so schüttelt er unseren Elefanten und bringt dadurch ungefähr 6 – 7l mehr hinein. Für diese Mühe hat er sich ein Trinkgeld verdient. Er strahlt übers ganze Gesicht als wir fahren. Unsere Dieselkanister haben wir bereits im Iran gefüllt, denn in Turkmenistan werden diese in der Regel nicht befüllt.

Um 16 Uhr 30 sind wir am turkmenischen Grenzposten. Hier werden zuerst die Passdaten und Autodaten in ein Buch eingetragen, dann dürfen wir zum eigentlichen Grenzhäuschen fahren. Hier reißt ein Zöllner das Entry Permit ab, am nächsten Schalter werden unsere Passdaten in ein Buch eingetragen und im Nebenzimmer gibt Wolfgang das GPS mitsamt dem GPS-Formular ab. Danach fahren wir mit dem Auto über die Grube, wo ein Zöllner unters Auto schaut und zwei weitere das Auto von außen begutachten. Sie sind ganz begeistert von unserer Markise. Einer fragt kurz, ob wir eine Kalaschnikow dabei hätten und lacht. Dann gehen wir noch zum Ausreiseschalter, dort werden die Pässe abgestempelt, Fingerabdrücke genommen und ein Foto von uns gemacht. Nach gut 20 Minuten ist die Ausreise erledigt.

Beim Usbekischen Vorposten werden wir freundlich begrüßt und nach einem Blick in unsere Pässe und auf das Visum durchgelassen. Vor dem nächsten Tor fahren wir durch ein Desinfektionsbad und die Pässe werden nochmals überprüft, bevor das Tor aufgeht. Beim eigentlichen Grenzposten stellen wir uns brav mit den Pässen und den Autopapieren an und werden vorgelassen. Nachdem der Pass gestempelt ist, müssen wir zu einer jungen Dame an einem Schreibtisch. Sie nimmt die Autodaten auf und es gibt reichlich Verwirrung mit der Fahrgestellnummer, der Motornummer, der Nummerntafel, dem Geburtsdatum, …. Es sind aber auch viele Nummern. Außerdem dürfte die Dame diesen Job noch nicht lange machen, da sie dann doch per Telefon um Hilfe ruft. Ein Zöllner, der sehr gut englisch spricht, kommt dazu. Wolfgang muss noch einen Zettel ausfüllen (auf Russisch), von dem wir eine Kopie für die Ausreise bekommen. Das wird vermutlich die Zollerklärung sein. Dann sind wir entlassen. Da es kurz vor 18 Uhr ist und der Grenzübergang um 18 Uhr schließt, sind alle bemüht, uns möglichst rasch los zu werden. Die Autokontrolle fällt daher aus.

Nach ca. 1,5 Std. sind wir in Usbekistan angekommen.

In Bukhara können wir bei der NBU – der National Bank of Usbekistan – Geld wechseln. Seit Herbst 2017 gibt es keinen Geld-Schwarzmarkt mehr. Damals hat der Präsident zuerst den offiziellen Wechselkurs über den Schwarzmarktpreis angehoben (1 USD = 7.840 UZS) und dann den Schwarzmarkt abgedreht. Außerdem hat er Banknoten zu 10.000 und zu 50.000 eingeführt. Zuvor war die größte Note ein 5.000-Schein (also weniger als 1 US-Dollar), weshalb man selbst für alltägliche Besorgungen gleich mal einen ganzen Rucksack voll Geld gebraucht hat. Außerdem haben die Usbeken eine besondere Methode zum Zählen der Geldstapel entwickelt, die sie zu den schnellsten Geldzählern der Welt macht.

Danach besorgen wir uns eine Autoversicherung (UZS 47.000 für unseren Defender für 19 Tage) und eine SIM-Karte von UzMobile (UZS 240.000 für 24 GB und 1 Monat). Beides bekommen wir problemlos binnen kurzer Zeit.

Noch ein Wort zur Dieselversorgung: Offiziell bekommt man als Privatperson keinen Diesel verkauft. Wir haben an zwei Tankstellen problemlos Diesel bekommen. Die eigentliche Schwierigkeit ist, eine Tankstelle zu finden, die überhaupt Diesel vorrätig hat. Die meisten Tankstellen haben nur Gas und vielleicht noch Benzin.

Herzlich willkommen!

Wir sind Judith und Wolfgang

Judith Wolfgang 2019

Beide mit dem Reisevirus infiziert, passionierte Defender-Fahrer und Overlander.

Es gibt so viel zu sehen und zu erleben. Begleite uns ein Stück des Weges!

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