Bereits vier Monate vor Ende unserer Reise beginnen wir, uns Gedanken über die Verschiffung zurück nach Europa zu machen. Unser Plan ist es, von Kapstadt nach Rotterdam zu verschiffen. Nach einigen Recherchen und Gesprächen mit anderen Overlandern tun sich jedoch noch weitere Optionen auf.
Kurz steht eine Verschiffung von Walvis Bay (Namibia) im Raum, doch die angebotene Frachtrate liegt weit über den Frachten ex Südafrika. Der preislich günstigste Abfahrtshafen wäre Durban. Da wir unsere Reise jedoch in Kapstadt beenden werden, und die Rückfahrt nach Durban den Preisvorteil „auffressen“ würde, entscheiden wir uns für Kapstadt. Außerdem hören wir überall, dass Duncan von African Overlanders Verschiffungen von/nach Kapstadt kompetent, problemlos und einfach abwickelt.
Unterwegs treffen wir des öfteren Patrick und Louise aus Deutschland und es kristallisiert sich heraus, dass die beiden ihren Defender namens Filbert zur selben Zeit wie wir aus Kapstadt verschiffen. Allerdings nach Hamburg, da sie in der Nähe daheim sind. Außerdem haben die beiden mit dem Schiffsagenten in Hamburg, Caravan Shippers, bereits gute Erfahrungen. Wir checken die Frachtraten nach Hamburg und da diese nur geringfügig teurer als nach Rotterdam sind, beschließen wir, mit ihnen einen 40-Fuß-Container zu teilen.
Duncan ist erst vor wenigen Monaten mit seinem Büro-Campingplatz-Verladeplatz nach Atlantis, nördlich von Kapstadt, übersiedelt. Er beantwortet geduldig unsere Fragen zur Verschiffung und übernimmt das TIP. Wir sind mit TIP nach Südafrika eingereist, da unser Carnet de Passage bereits Anfang Dezember abgelaufen ist. Für die Verschiffung ex Südafrika wird kein Carnet benötigt.
Schließlich geben wir schweren Herzens den Autoschlüssel ab und werden von einer Mitarbeiterin nach Kapstadt gefahren, von wo wir ein paar Tage später nach Hause fliegen.
Voraussichtlich wird die Verschiffung nicht vor Mitte Jänner passieren, denn Südafrika steht aufgrund der Sommerferien über die Weihnachtsfeiertage drei Wochen lang so gut wie still. Voraussichtliche Ankunft in Hamburg ist Ende Februar.
Am 11. Jänner wird unser Ndovu, gemeinsam mit Filbert, von Duncan in einen Container geladen und eine Woche später legt das Schiff Richtung Europa ab. Planankunft in Hamburg ist der 10. Februar. Tatsächlich kommt der Container erst am 26. Februar in Hamburg an.
Da der Container vom Zoll nicht fürs Röntgen vorgesehen ist, wird das Auto gleich am nächsten Tag von Caravan Shippers aus dem Container entladen und bei einer Spedition zur Abholung bereit gestellt.
Wir fahren mit dem Nachtzug nach Hamburg. Patrick und Louise holen uns vom Bahnhof ab. Bei der Spedition sind die Formalitäten rasch erledigt. Ein Gabelstapler hebt die Betonwände weg, mit denen unsere Autos gesichert sind und beide Defender springen beim ersten Versuch an. Welch Freude! Weiter geht’s zum nahen Zollamt. Dort müssen alle Papiere (Pässe, Zulassungsschein, Versicherungskarte und das Carnet) im Original vorgelegt werden und ein Zöllner kontrolliert die Chassis Nummer am Auto. Dann bekommen wir die Papiere und den Stempel auf die letzte Seite im Carnet (Certificate of Location). Das Carnet schicken wir per DHL an den ADAC in München, der die hinterlegte Kaution wieder an uns zurück überweist.
Zusammenfassend können wir sagen, dass wir auf beiden Verschiffungsrouten (Rotterdam – Mombasa und Kapstadt – Hamburg) mit allen involvierten Parteien nur positive Erfahrungen gemacht haben. Dass sich die Verschiffung nach Afrika um 2 Monate verzögert hat, war der Weltpolitik geschuldet, da konnte niemand was dafür.